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Pressemitteilung 23.04.2008Imprimer | Contact | Plan du site |

AKAFÖ passt Sozialbeitrag an

gestiegene Personalkosten


Künftig werden die Studierenden der Bochumer Hochschulen acht Euro mehr pro Semester zahlen müssen. Das Akademische Förderungswerk (AKAFÖ) hat in der Sitzung des Verwaltungsrates am Montag einstimmig eine Erhöhung des Sozialbeitrags auf 84,- Euro beschlossen. Grund für die Erhöhung sind vor allem die gestiegenen Personalkosten durch den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. Das AKAFÖ ist als Studentenwerk u. a für den Betrieb von Mensa und Cafeterien an den Hochschulen verantwortlich, vermietet 4.200 Wohnheimplätze, vermittelt jährlich ca. 30 Millionen Euro an BAföG-Leistungen und bietet viele weitere Sozialleistungen für Studierende wie Kindertagesstätte, diverse Beratungen und Kultur. Der Beitrag wurde zuletzt 2006 nach einer unerwarteten Kürzung der Landeszuschüsse angepasst.

Neben den Lohnkosten kämpft das AKAFÖ auch mit erhöhten Energiekosten und Kosten für Lebensmittel. Nur einige Beispiele: Bei den Fleischprodukten stiegen die Einkaufspreise je nach Produkt zwischen 5-15 %, Molkereiprodukte um 50 % und Reis verbucht eine Preissteigerung von 35 %. Auf frisches Gemüse wirken sich die Preiserhöhungen besonders drastisch aus, da hier die Einkaufspreise je nach Produkt und Saison um bis zu 90 % gestiegen sind.

Notwendig wäre nach Angabe des AKAFÖ-Geschäftsführers Jörg Lüken sogar eine Steigerung des Beitrags um mindestens 15 Euro. „Allein die neuen Lohnabschlüsse bedeuten für uns Zusatzkosten von ca. einer Million Euro im Jahr“, erläutert Lüken, „wir stehen mit dem Rücken zur Wand, allerdings muss man auch die Gesamtbelastung der Studierenden im Auge behalten". Daher hatte sich der Verwaltungsrat in Absprache mit dem Geschäftsführer für einen deutlich reduzierten Beitrag ausgesprochen.

„Wir haben in den letzten Jahren sehr viel investiert“, so Lüken, „über 40 Millionen Euro wurden alleine in die Sanierung der Gastronomieeinrichtungen und der Wohnanlagen gesteckt“. Zuschüsse zu Bauvorhaben aus Landesmitteln gibt es seit einigen Jahren nicht mehr, das Meiste muss aus Eigenmitteln finanziert werden.

Geschäftsführer des AKAFÖ Jörg Lüken

Geschäftsführer des AKAFÖ Jörg Lüken

Das AKAFÖ finanziert sich zu über 60 Prozent aus den Einnahmen aus Gastronomiebetrieben und Wohnheimmieten, die Sozialbeiträge ergeben ca. 20% der Einnahmen, Zuschüsse des Landes bringen zur Zeit nur noch ca. 17% der Einnahmen des AKAFÖ. Diese wurden zuletzt 2006 um 20% gekürzt. Der Anteil der Landeszuschüsse betrug vor vielen Jahren noch 50 % und ist seit 1994 stetig sinkend!

Der hohe Tarifabschluss macht noch ein weiteres Dilemma für das Studentenwerk sichtbar. "Während Kommunen und Bund einen Teil der höheren Personalkosten wieder durch höhere Steuereinnahmen zurückbekommen und Krankenkassen und Sozialversicherungsträger durch höhere Beiträge profitieren, sind wir da leider außen vor“, so der AKAFÖ-Geschäftsführer.

Das Studentenwerk steht nun vor der Aufgabe, fehlende Mittel durch Preisanpassungen in den Gastronomieeinrichtungen und bei den Mieten zu decken und weitere Einsparmöglichkeiten zu suchen. So wird inzwischen auch ernsthaft über das Schließen von Einrichtungen des AKAFÖ nachgedacht.

Auch die studentische Verwaltungsratsvorsitzende Birte Schleiting ist nicht glücklich über den Beschluss, hält ihn aber für notwendig: „Die Leistungen des AKAFÖ sind für uns Studierende wichtig und erhaltenswert und schaffen für viele erst die Voraussetzung und Rahmenbedingungen, um trotz der Studiengebühren von 1.000 Euro pro Jahr überhaupt studieren zu können. Das Land muss sich wieder stärker an der Finanzierung der sozialen Dienstleistungen für Studierende beteiligen“. Dies war einhellige Meinung bei der Verwaltungsratsitzung.

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