AKAFÖ erhöht Sozialbeitrag auf 69,50 Euro
Anpassung durch schwindende Studierendenzahlen nötig geworden
Die Gremien des Akademischen Förderungswerkes haben am Montag, 10. Mai 2004, eine Erhöhung des Sozialbeitrages um 14,50 Euro auf den neuen Betrag von 69,50 Euro beschlossen. Die Anpassung tritt zum Wintersemester 2004 in Kraft. Notwendig wurde diese Maßnahme durch die schwindenden Studierendenzahlen an den Bochumer Hochschulen – allein an der Ruhr-Universität Bochum geht die Studierendenzahl um bis zu 6.500 Studierende zurück. Neu ist eine Härtefallregelung für sozial bedürftige Studierende, die eine Möglichkeit zur Rückzahlung der Beiträge einräumt.
In der gemeinsamen Sitzung vom 10. Mai 2004 hat der Verwaltungsausschuss des AKAFÖ einstimmig dem Verwaltungsrat die Anpassung vorgeschlagen, der diese bei einer Enthaltung beschlossen hat. Um sozial bedürftige Studierende nicht zu benachteiligen, wird es in Zukunft möglich sein, den Sozialbeitrag oder andere Leistungen erstattet zu bekommen. Hierzu werden die Gremien demnächst Richtlinien erarbeiten.
Dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates und des Verwaltungsausschusses des AKAFÖ, René Voss, selbst Jura-Student, ist die Entscheidung nicht leicht gefallen: "Dies war keine leichte Entscheidung. Aber der vom AKAFÖ eingeschlagene Kurs der Sanierung der Mensa und der Wohnheime ist notwendig. Wir wollen, dass die hohe Qualität der Dienstleistungen des AKAFÖ auch in den nächsten Jahren gesichert ist."
Mit der Anpassung der Sozialbeiträge konnte auch verhindert werden, dass die Preise für das Mensa-Essen oder die Wohnheimmieten steigen. Der Geschäftsführer des AKAFÖ, Jörg Lüken, hierzu: "Wir hoffen, durch die Anpassung den Rückgang der Studierendenzahlen auffangen zu können, ohne bei unseren umfangreichen Dienstleistungen zu sparen oder die Preise zu erhöhen."
Die letzte Erhöhung des Sozialbeitrages liegt inzwischen schon zwei Jahre zurück. Durch das Studienkontengesetz sind in Bochum (und auch ganz NRW) die Studierendenzahlen massiv eingebrochen. Die Studentenwerke haben doppelt an dem Schwund der Studierenden zu knabbern: "Uns fehlen nicht nur die Einnahmen durch weniger Beitragszahler, sondern auch das Land wird uns möglicherweise die Landeszuschüsse kürzen, da wir jetzt weniger Studierende betreuen", kommentiert Jörg Lüken die Situation.
"Dass jetzt alle Studierende tiefer in die Tasche greifen müssen, ist Folge der vom Land in Form von Studienkonten eingeführten Studiengebühren", ergänzt René Voss. Bereits 2002 hatten sich die Gremien des AKAFÖ wegen der vorhersehbaren Folgen schon früh gegen die Einführung von Studiengebühren gewandt und sich dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren angeschlossen.
Das Akademische Förderungswerk bietet 19 Wohnheime mit ca. 4.400 Plätzen an, unterhält 14 Cafeterien und 11 Mensen an den Standorten Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Bocholt. Es bietet Sozial- und Behindertenberatung, Ausländerberatung, ist beauftragt mit der Durchführung des BAföG und gestaltet mit boSKop, dem AKAFÖ-Kulturbüro jährlich mittlerweile über 100 Kulturveranstaltungen und -angebote auf dem Campus. Des weiteren bietet das AKAFÖ in der Kindertagesstätte 100 Kinderbetreuungsplätze an.




