Einstellungen für Sehbehinderte
Pressemitteilung 20.10.2010Drucken | Kontakt | Sitemap |

Institutionen für behinderte Studierende feiern gleich drei Jubiläen

35 Interessengemeinschaft behinderter Studierender / 25 Jahre Haus Sumperkamp / 15 Jahre AKAFÖ-Servicezentrum für behinderte Studierende


Gleichberechtigung, Nachteilsausgleich und möglichst große Selbstbestimmung für behinderte Studierende wird an der Ruhr-Universität seit vielen Jahren großgeschrieben. Das zeigen gleich drei Jubiläen, die in diesem Jahr gefeiert werden: Die Interessengemeinschaft behinderter und nichtbehinderter Studierender an Bochumer Hochschulen (IbS) wird 35 Jahre alt. Das Haus Sumperkamp, eine Studierenden-Wohnanlage des Akademischen Förderungswerks (AKAFÖ) mit Wohnungen für behinderte Studierende, feiert 25. Geburtstag. Außerdem ist die Idee für das Servicezentrum für behinderte Studierende (SZB) vor 15 Jahren im AKAFÖ geboren worden.

Um diese Jubiläen gebührend zu feiern, kamen die Protagonisten der aktuellen Arbeit für behinderte Studierende, viele alte Weggefährten und Vertreter aus Politik, Sozialverbänden und Kultur bei einer Feier in der Mensa der Ruhr-Universität zusammen. Zu den rund 200 Gästen zählten auch der Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer, RUB-Rektor Elmar Weiler, AKAFÖ-Geschäftsführer Jörg Lüken und der Architekt Kurt Peter Kremer, der das Haus Sumperkamp mit seinen behindertengerechten Wohnungen damals geplant hatte.

Kämpferische Arbeit

Nach einem Grußwort des AKAFÖ-Geschäftsführers Jörg Lüken stellten Stefan Preuß von der IbS und Harry Baus, Leiter des SZB, das bisher Erreichte dar. Der „blaue Turm“ vor dem Audimax oder der gelbe Aufzug vor dem Studierendenhaus etwa gehören heute zum selbstverständlichen Erscheinungsbild der Ruhr-Universität. Ohne die nicht selten kämpferische Arbeit der seit 1975 bestehenden Interessengemeinschaft und später des Servicezentrums wären sie allerdings nicht realisiert worden: „Das Studierendenhaus zum Beispiel war erst ohne Rampe und Aufzug geplant“, berichtet Harry Baus. „Aber der AStA hat nach unseren Protesten gesagt: So ziehen wir nicht ein.“

Der Bau der Studierenden-Wohnanlage Haus Sumperkamp konnte nach langen Jahren des Wartens auf öffentliche Finanzierungszusagen 1984 endlich in Angriff genommen werden. Seine Eröffnung zum Wintersemester 1985/86 bedeutete einen Meilenstein auf dem Weg zum selbstbestimmten Leben selbst schwerstbehinderter Studierender. „Vorher wohnten auch schon Rollstuhlfahrer in den AKAFÖ-Wohnanlagen. Allerdings mussten sie teilweise auf Knien zur Toilette oder Dusche rutschen“, erzählt Harry Baus. Im Haus Sumperkamp stand nicht nur behindertengerechter Wohnraum zur Verfügung, es gab auch Zivildienstleistende, die sich um ihre Nachtpflege kümmern konnten. Heute übernehmen dies Mitarbeiter der Familien- und Krankenpflege.

Viel erreicht - viel zu tun

Mittlerweile gibt es auch in vielen anderen Wohnanlagen des Akademischen Förderungswerks behindertengerechten Wohnraum. Das Servicezentrum für behinderte Studierende ist mit zwei Beratern und weiteren Mitarbeitern, die sich etwa um einen speziell für behinderte Studierende eingerichteten Computerarbeitsraum kümmern, gut aufgestellt. „Gerade, wenn man an die Themen barrierefreie Bauten und Nachteilsausgleich im Studium denkt, gibt es allerdings immer noch viel zu tun“, erklärt Harry Baus. Und Stefan Preuß von der IbS ergänzt: „Heute ist die Rechtsgrundlage jedoch besser. Die Kämpfe müssen nicht mehr auf der Straße ausgetragen werden, sondern vor Gericht.“

Die Jubiläen wurden im stilvoll eingedeckten Bistro der RUB-Mensa gefeiert, neben einem umfangreichen Buffet gab es bluesige Verpflegung von der eigens eingeflogenen "Groove and Snoop Bluesband" bis in die späten Abendstunden.

Stefan Preuß (IbS), Harry Baus (AKAFÖ), Jörg Lüken (AKAFÖ), Hauke Hoth (IbS)

Stefan Preuß (IbS), Harry Baus (AKAFÖ), Jörg Lüken (AKAFÖ) und Hauke Hoth (IbS) (v.l.) bei der Jubiläumsfeier. (Foto: Anna Wasilewski)



SZB-Leiter Harry Baus bei seiner Ansprache.

SZB-Leiter Harry Baus bei seiner Ansprache. (Foto: Anna Wasilewski)



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