Leistungsbilanz der Studentenwerke in NRW
Die zwölf Studentenwerke in NRW verbessern unmittelbar die Standortbedingungen der Hochschulen und fördern mittelbar die Hochschulpolitik des Landes
Zum Leistungsangebot der Studentenwerke
Sie betreuen 412.000 Studierende an über 40 Hochschulen.
Nach dem deutlichen Einbruch der Zahl der Studierenden - infolge des Studienkonten- und –finanzierungsgesetzes NRW - in 2004 auf einen Tiefststand
von 405.000, stieg die Zahl in 2005 auf 415.000 an, sank aber in 2006 wieder auf 412.000. „Ob einige Abiturientinnen/Abiturienten wegen der
zwischenzeitlich eingeführten Studienbeiträge von ihrem Vorhaben, ein Studium zu beginnen, Abstand genommen haben, kann momentan noch nicht
verlässlich beurteilt werden. Mittelfristig ist jedoch allein aufgrund der demographischen Entwicklung und der Verkürzung der Gymnasialzeit mit
deutlich höheren Zahlen zu rechnen“ so Helga Fels, Referentin der Arbeitsgemeinschaft. So beabsichtigt die Landesregierung, 20.000 neue Studienplätze
bis 2010 zu schaffen.
15 % aller Studierenden sind Ausländer, in 2004 waren es nur 12 %. „Die Internationalisierung der Hochschulen wird spürbar!“, meint Frau Fels.
Sie betreiben 85 Mensen und 90 Cafeterien. In den Mensen wurden rund 15,3 Mio. Essen zu Preisen von 1,70 und 2,70 Euro verkauft.
Die Studierenden nehmen die preisgünstigen gastronomischen Angebote der Studentenwerke gern in Anspruch, da die Mensen und Cafeterien unmittelbar auf dem Campus liegen und die Öffnungszeiten auf die Studienzeiten abgestimmt sind. Sofern die Studienzeiten weiter in den Abend und möglicherweise auch auf das Wochenende verlegt werden, werden die Studentenwerke darauf mit längeren Öffnungszeiten und dem Ausbau ihres Angebotes - unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit - reagieren.
Sie bewirtschaften rund 37.000 Wohnplätze für Studierende zu Mieten von 143 Euro bis 219 Euro.
Die Nachfrage nach Wohnplätzen in den Wohnanlagen der Studentenwerke wird mit der Studienstrukturreform noch steigen. Denn ausländische Studierende und zukünftig jüngere Studienanfänger/-innen werden erfahrungsgemäß lieber campusnah wohnen wollen. Auch werden Studierende, die heute noch zwischen Elternhaus und Hochschule täglich pendeln, – in NRW ist dieser Anteil vergleichsweise hoch – wegen der notwendigen höheren Präsenzzeit der Bachelor- und Master-Studierenden an der Hochschule eine Unterkunft in der Nähe der Hochschule suchen.
Sie vergaben im Auftrag von Bund und Ländern rund 318 Mio. Euro BAföG-Förderung. 17 % aller Studierenden in NRW erhalten Mittel nach dem BAföG.
„Die aktuell in Aussicht gestellte allgemeine BAföG-Erhöhung zum Wintersemester 2008/2009 kommt sehr spät,“ merkt Frau Fels an „denn wesentliche Rahmenbedingungen zur Finanzierung eines Studiums haben sich bereits verändert: Fast alle Hochschulen in NRW erheben Studienbeiträge von bis zu 500 Euro pro Semester. Das Kindergeld, das häufig von den Eltern an die Studierenden weitergeleitet wird, wird - statt bis zum 27. Lebensjahr - nur noch bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. Die Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit neben dem Studium werden durch die neuen Studienanforderungen stark eingeschränkt.“
Sie bieten 854 Plätze in ihren Kinderbetreuungseinrichtungen an.
Einige Studentenwerke unterhalten Einrichtungen zur psychologischen Beratung, Sozialberatung sowie Beratung für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit.
Das Bedürfnis nach Orientierung und finanzieller, existentieller Absicherung nimmt bei den Studierenden kontinuierlich zu. Begründet wird diese These vor allem mit den verdichteten Bachelor- und Master-Studiengängen, die einen höheren Finanzierungs-, aber auch Leistungsdruck verursachen.Zur Finanzierung der Studentenwerke
- 63 % ihrer Einnahmen erwirtschaften sie in ihren gastronomischen Einrichtungen und Wohnanlagen selbst. Es wurden insgesamt Umsatzerlöse von 159 Mio. Euro erzielt.
- In 2006 wurde der Zuschuss des Landes für die Studentenwerke NRW von rund 41 Mio. Euro auf 32 Mio. Euro gekürzt (13 % der Gesamtfinanzierungsmittel). Da diese Kürzung um 20 Prozent sehr kurzfristig beschlossen wurde, konnten die Studentenwerke keinen vollständigen Ausgleich für diesen erheblichen Einnahmeausfall schaffen. Die Studentenwerke fordern Planungssicherheit hinsichtlich der Höhe des allgemeinen Landeszuschusses. „Weitere Kürzungen würden Umfang und Qualität der sozialen Infrastruktur rund ums Studium gefährden und stünden im Widerspruch zum Ziel der Lan-desregierung, mehr jungen Menschen ein erfolgreiches Studium in NRW zu ermöglichen“ appelliert Frau Fels.
- Die Sozialbeiträge der Studierenden in Höhe von 44 Mio. Euro machen mittlerweile einen Anteil von 18 % an der Gesamtfinanzierung aus. In NRW zahlt ein Studierender aktuell durchschnittlich einen Sozialbeitrag in Höhe von 61 Euro pro Semester.
- Für die Durchführung des BAföG erhielten sie in 2006 einen Betrag in Höhe von 14 Mio. Euro (6 % der Gesamtfinanzierungsmittel).
Studentenwerke als Wirtschaftsfaktoren der Region
Studentenwerke sind nicht nur Arbeitgeber der 3.500 Beschäftigten sowie der 150 Auszubildenden, sondern auch Auftraggeber in Nordrhein-Westfalen
mit einem Auftragsvolumen von 154 Mio. Euro. Da diese Aufträge und Bestellungen weitestgehend an heimische Handwerksbetriebe und Anbieter von
Lebensmitteln vor Ort vergeben werden, profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch die Betriebe in der Region von der Arbeit der Studentenwerke.
Nähere Informationen erteilt Ihnen gern:
Frau Helga Fels
Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke NRW
Tel: +49 521 106-4133
Fax: +49 521 106-4121
Helga Fels
www.studentenwerke-nrw.de
Die Leistungsbilanz (Kurzversion) als PDF




