Neue Computerarbeitsplätze für behinderte Studierende
AKAFÖ-Servicezentrum stemmt Modernisierung ohne Fördermittel
Dass Computersysteme ständig aktuell gehalten werden müssen, weiß jeder PC-Besitzer. Auch die Computerarbeitsplätze im Servicezentrum für behinderte Studierende des AKAFÖ hatten eine Modernisierung seit längerer Zeit bitter nötig, um den aktuellen Standards für sehbehinderte, blinde, grobmotorisch und feinmotorisch beeinträchtigte Menschen zu genügen. Obwohl keinerlei Mittel dafür bewilligt wurden, konnte die dringende Aufgabe jetzt trotzdem gestemmt werden.
Bereits vor über drei Jahren begann das Team des AKAFÖ-Servicezentrums mit den Planungen für die Neuanschaffung von Geräten. Die vier bestehenden
Arbeitsplätze wollte man modernisieren, weitere schaffen und auch einen mobilen, behindertengerechten Computer zur Verfügung stellen. 300 000 Euro
hätte die volle Ausstattung gekostet, eine Summe, die aus eigenen Mitteln unmöglich aufgebracht werden konnte. Förderanträge gingen deshalb an die
„Aktion Mensch“ und die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW – allerdings ohne Erfolg: „Von der ‚Aktion Mensch’ haben wir bis heute keine Antwort erhalten
und auch die Stiftung des Landes NRW hat unseren Antrag in diesem Fall zurückgewiesen“, sagt Harry Baus, Leiter des Servicezentrums für behinderte
Studierende.
Dass es trotzdem gelang, wenigstens die bestehenden Computer-Arbeitsplätze auf den neuesten Stand zu bringen, ist dem großen Einsatz der Mitarbeiter
des Zentrums zu verdanken. Die Kosten für die Neuanschaffung von Geräten konnten auf 50 000 reduziert werden. Der neue Mitarbeiter Christian Eggemeier
legte teilweise Nachtschichten ein, um die Installation vorzunehmen, ohne dass Verzögerungen für die Studierenden entstanden. Letztere freuen sich nun,
die im Studium anfallenden Arbeiten noch schneller und einfacher erledigen zu können.
Für die behinderten Benutzer stehen nun vier modernste Arbeitsplatzrechner mit Intel Core Duo Prozessoren, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, einer
Spezialtastatur mit integriertem Chipkartenleser zur Nutzung der Campussoftware RUBICon und CD- und DVD-Brenner zur Verfügung. Für die Nutzung durch
sehbehinderte Studierende sind große 21-Zoll-Monitore auf Schwenkarmen montiert, so dass jeder die Bildschirmposition entsprechend seiner individuellen
Bedürfnisse einstellen kann. Zusätzlich ist auf allen PCs die Vergrößerungssoftware Zoomtext installiert, mit der die Bildschirminhalte bis zu 36 Mal
vergrößert werden können.
Als Sonderausstattung für Blinde gibt es an einem Arbeitsplatz die „Braillezeile“, ein Computerausgabegerät, das den Inhalt des Bildschirmes für Blinde
lesbar macht: Sie stellt die Zeichen, die sich auf dem Bildschirm befinden, in der „erfühlbaren“ Punktschrift Braille dar. Auf diese Weise können Blinde
selbstständig am Computer arbeiten. Eine Spracherkennungssoftware ermöglicht zudem die Eingabe von Texten sowie die Steuerung des PCs per Stimme. Eine
feststehende Trackball-Maus kann benutzt werden, wenn es dem Benutzer aufgrund motorischer Einschränkungen nicht möglich ist, eine Standard-Maus sicher
zu bedienen. Außerdem ermöglicht ein berührungsempfindliches Touchpad Benutzern mit eingeschränktem Bewegungsradius alle Funktionen einer gewöhnlichen
Maus. Alle Computerarbeitsplätze sowie ein weiterer Arbeitstisch sind elektrisch höhenverstellbar und können somit für Rollstuhlnutzer individuell
angepasst werden.
Der neue Computerarbeitsraum im SZB
Das Team der Sozial- und Behindertenberatung: Claudia Heim, Anita Heintel, Christian Eggemeier und Harry Baus (v.l.)




