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Erfahrungsbericht aus den BOSKOP-Kursen: die Tee-Zeremonie

/ Tee trinken als Zeremonie? Im Selbstversuch testet Laura, 25, Studierende der Philosophie & Sozialwissenschaften, den BOSKOP-Kurs Tee-Zeremonie.

Tee trinken als Ritual. Foto: gilitukha - Adobe Stock

Tee als Ruhepol im Alltag

Tee zeremoniell zu genießen klingt für viele vielleicht erst einmal ungewöhnlich. Dort, wo der Tee aber ursprünglich herkommt, gehört dies quasi zum Alltag.

In diesem Wintersemester fanden wir uns an einem Freitagnachmittag in einem kleinen Teilnehmerkreis zusammen, um selbst an einer Tee-Zremonie teilzunehmen. Im Mittelpunkt des Abends stand der Tee und vor allem, diesen in vollen Zügen zu genießen. Viele von uns kennen es sicher: ob morgens, mittags, abends oder nachts, Tee trinken wir zu den unterschiedlichsten Zeiten, doch meist geschieht dies eher als eine Nebentätigkeit. Während wir essen, lesen, fernsehen oder sonstigen Leidenschaften nachgehen, liegt der größte Fokus jedoch meist nicht darauf, uns auf unseren Tee zu konzentrieren.

Anders als an diesem Nachmittag. Eine ausführliche und spannende Einführung in die Welt des Tees sollte uns zu Anfang mit der Geschichte und Bedeutung dieses beliebten Heißgetränks vertraut machen. Tee stammt nämlich ursprünglich aus China, wann genau er aber das erste Mal getrunken wurde ist nicht nachweisbar, aber der Legende nach wurden die Teepflanzen dort vor 5000 Jahren vom mythischen Kaiser Shennong entdeckt. Zudem lernten wir zum Beispiel in welchen Konsistenzen – gepresst, lose oder als ganze Blätter – der Tee verkauft wird oder aber auch, wie viele verschiedene Sorten, in China unterscheidet man sechs, es gibt. Dazu gehören grüner, weißer, roter, gelber, Oolong (halb-fermentiert) und Puh-Erh (nachfermentiert) Tee. Der rote Tee ist in Deutschland auch besser bekannt als schwarzer Tee.

Bei Tee-Zeremonien – in China übersetzt heißt es übrigens Teekunst - wird der Tee meist mit einem Tablett serviert, welches einen doppelten Boden besitzt, in den das Wasser nach der Reinigung des Tees geschüttet wird. Auch einer der Fakten, die wir über den Tee an diesem Abend gelernt haben: Der erste Aufguss des Tees dient der Reinigung und wird nicht getrunken, sondern weggeschüttet. Erst nach dem dritten oder vierten Aufguss erreichen die Aromen ihre gesamte Entfaltung. Die Wahl der Teegefäße ist ebenfalls sehr wichtig, denn das Material beeinflusst das Aroma der einzelnen Sorten. Gereicht wird der frische Tee aber nicht in großen Tassen, so wie man es meist aus Cafés oder von Zuhause kennt, sondern in kleinen Porzellan- oder Tongefäßen, die meist nicht mehr als 100 ml Flüssigkeit fassen. Deren kleine Größe verlieh dem Geschmack mehr Intensität und ich habe den Tee automatisch langsamer und bewusster getrunken.

Probiert haben wir an diesem Abend roten, weißen und grünen Tee, wobei letzterer sich durch eine ganz besondere Frische auszeichnete. Die Verstärkung der Geschmacksintensität nach jedem Aufguss habe ich besonders bei dem roten Tee wahrgenommen, der auf mich eine sehr erdende Wirkung beim Trinken hatte, was sehr schön war und Entspannung im Inneren hervorrief. Wechselte man die Teesorte, wurde das Gefäß vorher mit heißem Wasser gereinigt. Natürlich durften auch kleine traditionelle Leckereien nicht fehlen. Zu der süßen Auswahl gehörten Klebreisbällchen mit Sesam und reine Quittenkekse, für alle herzhaften Liebhaber*innen gab es chinesische Dampfnudeln – vegetarisch oder mit Fleisch – natürlich alles selbstgemacht von unserer Kursleiterin.

Besonders schön war die Atmosphäre in der Gruppe. Dadurch, dass wir insgesamt nur elf Leute waren, entstand rasch eine angenehme Stimmung und schnell tauschte man sich nebenbei aus – über das Studium, Reisen oder die Liebe zum Tee. Unsere Kursleiterin war zu keinem Zeitpunkt unaufmerksam, sondern beantwortete alle Fragen, erzählte Anekdoten und ließ am Ende auch uns berichten, warum wir uns eigentlich für diesen Abend entschieden haben. Besonders amüsant war, dass eine Teilnehmerin und ihre Freunde auf einer Reise durch Taiwan mehrere Kilogramm Tee für Zuhause kauften, damit sie bloß nichts an Geschmäckern verpassten, ihnen Zuhause aber auffiel, dass ein oder zwei Kilogramm weniger es sicher auch getan hätten.

Dafür haben sie jetzt für die nächste Zeit erst einmal ausgesorgt, denn die meisten Teesorten halten sich über mehrere Jahre frisch, wenn sie in einem trockenen Behältnis ohne Lichteinstrahlung aufbewahrt werden und mancher Tee wird sogar besser, je älter er wird. Wie mit Wein also. Es war ein wirklich schöner und entspannter Abend und ich habe viel gelernt, hatte mir insgeheim aber einen Sitzkreis mit Teppich und Sitzkissen gewünscht, um dem ganzen Anlass eine gemütlichere Atmosphäre zu verleihen. Aber das lässt sich ja nun mit dem neu erlangten Wissen auch Zuhause mit Freunden wiederholen. Oder auch allein, um zum Beispiel den Fokus auf das Wesentliche in einem stressigen Alltag wieder zurück zu erlangen.

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